Kaufmännische Ausbildung: im Betrieb oder an der Berufsfachschule

Wer sich kaufmännisch ausbilden lassen möchte, schließt in der Rergel mit einem Unternehmen einen zwei bis dreijährigen Ausbildungsvertrag ab. Vielle wissen aber nicht, dass eine kaufmännische Ausbildung auch als vollschulischer Bildungsgang möglich ist. Dual oder in Vollzeit? Hier gibt es Hintergrundinformationen.

Die kaufmännische Berufsausbildung

Duale oder vollzeitschulische Ausbildung

Entscheidest Du Dich nach Deinem Schulabschluss für eine kaufmännische Ausbildung, so gibt es zwei Arten eine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren: im Betriebswirt im Rahmen der dualen Ausbildung oder an einer Berufsfachschule im Rahmen einer vollzeitschulischen Bildungsmaßnahme.

Die duale Ausbildung

Nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) decken über 50 anerkannte Ausbildungsberufe den Bereich der dualen kaufmännischen Berufsbildung ab. Diese werden über das Berufsbildungsgesetz geregelt und durch die nach § 5 BBiG jeweils aufzustellende Ausbildungsordnung ergänzt. Die Dauer der Ausbildungen variiert zwischen zwei und drei beziehungsweise dreieinhalb Jahren. Formale Zugangsvoraussetzungen zu einer Ausbildung liegen nicht vor, es wird ein Berufsausbildungsvertrag zwischen dem auszubildenden Betrieb und dem Auszubildenden geschlossen. Die Ausbildung findet anschließend wöchentlich an drei bis vier Tagen im Betrieb und an ein bis zwei Tagen in der Berufsschule statt. Die Ausbildungsordnungen regeln die Ausbildung und die zu vermittelnden Kompetenzen im Betrieb. Der Unterricht in der Berufsschule orientiert sich an dem für jede anerkannte Ausbildung erstellten Rahmenlehrplan, der mit der Ausbildungsordnung abgestimmt ist.

Bei den 2016 am stärksten vertretenen kaufmännischen Ausbildungsberufen handelt es sich um den Kaufmann im Einzelhandel, den Industriekaufmann, den Verkäufer und dem Kaufmann für Büromanagement, der die Ausbildungsberufe Bürokaufmann, Kaufmann für Bürokommunikation und Fachangestellter für Bürokommunikation in sein Ausbildungsbild integriert. Die Hälfte aller kaufmännischen Auszubildenden wird in einem dieser vier Berufe ausgebildet.

An Berufsfachschulen in Vollzeit

Das Angebot der dualen Ausbildung in Deutschland wird ergänzt durch ein vollzeitschulisches Angebot an Berufsfachschulen, das auf eine Berufstätigkeit vorbereitet. Die Lehrpläne sind, je nach Ausbildungsgang, bundeseinheitlich oder landesrechtlich geregelt. Im kaufmännischen Bereich führen die vollzeitschulischen Ausbildungsgänge zum Berufsabschluss Staatlich geprüfter kaufmännischer Assistent, wie auch die berufliche Weiterbildung Staatlich geprüfter Betriebswirt ein vollzeitschulischer Ausbildungsgang ist. Gemäß den jeweils aktuellen Fassungen der Rahmenvereinbarungen über die Berufsfachschulen sowie der Rahmenvereinbarungen über die Ausbildung und Prüfung an Berufsfachschulen seitens der Kultusministerkonferenz werden die Berufsabschlüsse in den Ländern gegenseitig anerkannt. Die Rechtsgrundlage der vollzeitschulischen Berufsabschlüsse wird mittels der Schulgesetze der Länder gebildet.

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