Bachelor, Master und die Bologna-Reform

1999 wurde der Grundstein für eine umfassende Reform der europäischen Hochschullandschaft gelegt. Mit der ‚Bologna-Reform‘ wurden bildungspolitische Maßnahmen eingeleitet mit dem Ziel, die europäische Hochschullandschaft zu harmonisieren. Das deutsche Hochschulsystem wurde weitestgehend auf die akademischen Grade Bachelor und Master umgestellt.

Wichtige Aspekte des Bologna-Prozesses

Kernziele der Bologna-Reform

Benannt nach der Stadt, in der die Bologna-Erklärung unterzeichnet wurde, wurde 1999 der Grundstein für einen umfassenden Reformprozess der europäischen Hochschullandschaft gelegt. Die unter ‚Bologna-Prozess‘ bekannt gewordene Hochschulreform zielte auf eine europaweite Harmonisierung von Studiengängen und -abschlüssen sowie auf eine internationale Mobilität der Studierenden. Heute gehören neben den 28 EU-Mitgliedern bereits 20 weitere Staaten zu den Mitgliedern, die sich zu den Zielen des Prozesses bekannt haben.

In der Bologna-Erklärung von 1998 verständigten sich die Unterzeichnerstaaten für die Etablierung des Europäischen Hochschulraums zunächst auf sechs Kernziele der Studienreform. Diese wurden 2001 und 2003 erweitert, so dass abschließend von folgenden Kernzielen ausgegangen wird:

  1. Die Einführung europaweit vergleichbarer und verständlicher Studienabschlüsse
  2. Die Einführung eines zweistufigen Studiensystems
  3. Die Einführung des Kreditpunktesystems ‚European Credit Transfer and Accumulation System‘, ECTS
  4. Die Förderung von Mobilität der Hochschulangehörigen
  5. Die Förderung der europäischen Zusammenarbeit in der Qualitätssicherung
  6. Die Förderung der europäischen Dimension von Hochschulbildung
  7. Die Förderung von lebenslangem Lernen
  8. Die Mitwirkung der Hochschulen und Studierenden als full partners im Bologna-Prozess
  9. Die Förderung internationaler Attraktivität
  10. Die Integration der Promotionsphase als dritte Stufe

So bildete der Bologna-Prozess laut Punkt 2 auch den Kontext für die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge in Deutschland, der Bachelor-Master-Struktur.

Bachelor-Master-Struktur (BMS)

Die Anfänge der Bachelor-Master-Struktur lassen sich auf die Sorbonne-Erklärung zurückführen, die bereits 1998 auf Initiative des französischen Bildungsministers Claude Allègre von seinen italienischen, deutschen und britischen Amtskollegen unterschrieben wurde. Darin wurde das Ziel der „Harmonisierung der Architektur des Europäischen Hochschulsystems“ festgelegt sowie die Herausbildung eines „Systems, in dem zwei Hauptzyklen anerkannt sind: das sogenannte undergraduate und graduate. Diese Unterteilung sollte die Weichen für eine Bachelor-Master-Struktur auf europäischer Ebene stellen. Seit dieser Erklärung wurden die bekannten deutschen Studienabschlüsse „Diplom“, „Magister“ und teilweise sogar „Staatsexamen“ sukzessive durch die englischsprachigen Titel ersetzt und die Struktur des Studiums dahingehend verändert, dass ein erster berufsqualifizierender Abschluss (Bachelor) schon nach meist drei Jahren, ein zweiter (Master) dann nach weiteren meist zwei Jahren vergeben wird. So sollte mit der Einführung von BMS auch die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität des deutschen Hochschulsystems erhöht sowie die Verkürzung der Studienzeiten, die Senkung der Abbrecher-Quoten und eine stärkere Ausrichtung der Studieninhalte an den Interessen der Studierenden erreicht werden.

Im Wintersemester 2010/2011 waren bereits 82 Prozent der Studiengänge an deutschen Hochschulen auf die BMS-Struktur umgestellt, an Fachhochschulen 96 Prozent und an Universitäten 76 Prozent der Studiengänge.

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